HOAI Honorarordnung für Architekten und Ingenieure

§ 45a Leistungsbild Landschaftsplan

 

(1) Die Grundleistungen bei Landschaftsplänen sind in den in Absatz 2 aufgeführten Leistungsphasen 1 bis 5 zusammengefaßt.

Sie sind in der nachfolgen Tabelle in Vomhundertsätzen der Honorare des § 45 b bewertet.

                                                                                                           Bewertung der Grundleistungen in v. H. der Honorare

1. Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs,
    Ermitteln der Voraussetzungen zur Lösung der Planungsaufgabe                                                         1 bis 3

2. Ermitteln der Planungsgrundlagen Bestandsaufnahme, Landschaftsbewertung und
    zusammenfassende Darstellung                                                                                                     20 bis 37

3. Vorläufige Planfassung (Vorentwurf),
    Erarbeiten der wesentlichen Teile einer Lösung der Planungsaufgabe                                                           50

4. Entwurf,
    Erarbeiten der endgültigen Lösung der Planungsaufgabe                                                                             10

5. Genehmigungsfähige Planfassung 

(2) Das Leistungsbild setzt sich wie folgt zusammen:

1. Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs

Grundleistungen

Zusammenstellen einer Übersicht der vorgegebenen bestehenden und laufenden örtlichen und überörtlichen Planungen und Untersuchungen

Abgrenzen des Planungsgebiets

Zusammenstellen der verfügbaren Kartenunterlagen und Daten nach Umfang und Qualität

Werten des vorhandenen Grundlagenmaterials

Ermitteln des Leistungsumfangs und der Schwierigkeitsmerkmale

Festlegen ergänzender Fachleistungen, soweit notwendig

Ortsbesichtigungen

Besondere Leistungen
Antragsverfahren für Planungszuschüsse

2. Ermitteln der Planungsgrundlagen

Grundleistungen
a) Bestandsaufnahme einschließlich voraussehbarer Veränderungen von Natur und Landschaft

Erfassen auf Grund vorhandener Unterlagen und örtlicher Erhebungen, insbesondere
 

- der größeren naturräumlichen Zusammenhänge und siedlungsgeschichtlichen Entwicklungen

- des Naturhaushalts

- der landschaftsökologischen Einheiten

- des Landschaftsbildes

- der Schutzgebiete und geschützten Landschaftsbestandteile

- der Erholungsgebiete und -flächen, ihrer Erschließung sowie Bedarfssituation

- von Kultur-, Bau- und Bodendenkmälern

- der Flächennutzung

- voraussichtlicher Änderungen auf Grund städtebaulicher Planungen, Fachplanungen und anderer

  Eingriffe in Natur und Landschaft

Erfassen von vorliegenden Äußerungen der Einwohner

b) Landschaftsbewertung nach den Zielen und Grundsätzen des Naturschutzes und der Landschaftspflege einschließlich der Erholungsvorsorge

Bewerten des Landschaftsbildes sowie der Leistungsfähigkeit des Zustands, der Faktoren und der Funktionen des Naturhaushalts, insbesondere hinsichtlich
 

- der Empfindlichkeit

- besonderer Flächen- und Nutzungsfunktionen

- nachteiliger Nutzungsauswirkungen

- geplanter Eingriffe in Natur und Landschaft

Feststellung von Nutzungs- und Zielkonflikten nach den Zielen und Grundsätzen von Naturschutz und Landschaftspflege

c) Zusammenfassende Darstellung der Bestandsaufnahme und der Landschaftsbewertung in Erläuterungstext und Karten

Besondere Leistungen
Einzeluntersuchungen natürlicher Grundlagen

Einzeluntersuchungen zu spezifischen Nutzungen

3. Vorläufige Planfassung (Vorentwurf)

Grundleistungen
Grundsätzliche Lösung der Aufgabe mit sich wesentlich unterscheidenden Lösungen nach gleichen Anforderungen und Erläuterungen in Text und Karte

a) Darlegen der Entwicklungsziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege, insbesondere in bezug auf die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die Pflege natürlicher Ressourcen, das Landschaftsbild, die Erholungsvorsorge, den Biotop- und Artenschutz, den Boden-, Wasser- und Klimaschutz sowie Minimierung von Eingriffen (und deren Folgen) in Natur und Landschaft

b) Darlegen der im einzelnen angestrebten Flächenfunktionen einschließlich notwendiger Nutzungsänderungen, insbesondere für

- landschaftspflegerische Sanierungsgebiete

- Flächen für landschaftspflegerische Entwicklungsmaßnahmen

- Freiräume einschließlich Sport-, Spiel- und Erholungsflächen

- Vorrangflächen und -objekte des Naturschutzes und der Landschaftspflege, Flächen für Kultur-,
  Bau- und Bodendenkmäler, für besonders schutzwürdige Biotope oder Ökosysteme sowie für
  Erholungsvorsorge
- Flächen für landschaftspflegerische Maßnahmen in Verbindung mit sonstigen Nutzungen, Flächen

  für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in bezug auf die oben genannten Eingriffe

c) Vorschläge für Inhalte, die für die Übernahme in andere Planungen, insbesondere in die Bauleitplanung, geeignet sind

d) Hinweise auf landschaftliche  Folgeplanungen und -maßnahmen sowie kommunale Förderungsprogramme

Beteiligung an der Mitwirkung von Verbänden nach § 29 des Bundesnaturschutzgesetzes

Berücksichtigung von Fachplanungen

Mitwirken an der Abstimmung des Vorentwurfs mit der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde

Abstimmung des Vorentwurfs mit dem Auftraggeber

4. Entwurf

Grundleistungen
Darstellen des Landschaftsplans in der vorgeschriebenen Fassung in Text und Karte mit Erläuterungsbericht

5. Genehmigungsfähige Planfassung

(3) Das Honorar für die genehmigungsfähige Planfassung kann als Pauschalhonorar frei vereinbart werden. Wird ein Pauschalhonorar nicht bei Auftragserteilung schriftlich vereinbart, so ist das Honorar als Zeithonorar nach § 6 zu berechnen.

(4) Wird die Anfertigung der vorläufigen Planfassung (Leistungsphase 3) als Einzelleistung in Auftrag gegeben, so können hierfür bis zu 60 vom Hundert der Honorare nach § 45b vereinbart werden.

(5) Sofern nicht vor Erbringung der Grundleistungen etwas anderes schriftlich vereinbart ist, sind die Leistungsphase 1 mit 1 vom Hundert und die Leistungsphase 2 mit 20 vom Hundert der Honorare nach § 45b zu bewerten.

(6) Die Vertragsparteien können bei Auftragserteilung schriftlich vereinbaren, daß die Leistungsphase 2 abweichend von Absatz 1 mit mehr als bis 37 bis zu 60 v.H. bewertet wird, wenn in dieser Leistungsphase ein überdurchschnittlicher Aufwand für das Ermitteln der Planungsgrundlagen erforderlich wird. Ein überdurchschnittlicher Aufwand liegt vor, wenn

1.  die Daten aus vorhandenen Unterlagen im einzelnen ermittelt und aufbereitet werden müssen oder
2.  örtliche Erhebungen erforderlich werden, die nicht überwiegend der Kontrolle der aus Unterlagen erhobenen Daten dienen.

(7) Die Teilnahme an bis zu zehn Sitzungen von politischen Gremien des Auftraggebers oder Sitzungen im Rahmen der Bürgerbeteiligungen, die bei Leistungen nach Absatz 2 anfallen, ist als Grundleistung mit dem Honorar nach § 45b abgegolten.

top
Zum Seitenanfang